Sparen und investieren: So plant Oberösterreich sein Budget 2027

Landeshaushalt 2027: Oberösterreich setzt auf Investitionen und finanzielle Verantwortung

798 Millionen Euro für Investitionen, 103,8 Millionen Euro für Innovations- und Konjunkturimpulse: Mit dem Landeshaushalt 2027 will Oberösterreich trotz wirtschaftlich herausfordernder Rahmenbedingungen seinen Zukunftskurs fortsetzen. Gleichzeitig soll das geplante Budgetdefizit geringer ausfallen als im laufenden Jahr.

Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Manfred Haimbuchner und Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer. | Fotograf Peter Mayr (c) Land Oö.

Unter dem Motto „Finanzen im Griff. Land auf Kurs. Der oberösterreichische Weg.“ präsentierten Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer und Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Manfred Haimbuchner am 5. November 2026 im Landhaus in Linz die Eckpunkte des Landeshaushalts für das kommende Jahr.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben angespannt. Dennoch setzt die Landesregierung auf gezielte Investitionen, um die regionale Wirtschaft zu stärken, Arbeitsplätze zu sichern und wichtige Zukunftsprojekte voranzutreiben. Der geplante Finanzierungssaldo beträgt für 2027 minus 236 Millionen Euro. Für 2026 wird derzeit ein Minus von 265,15 Millionen Euro erwartet.

Investitionen steigen weiter

Insgesamt sind für 2027 Einzahlungen von 10.045,2 Millionen Euro und Auszahlungen von 10.281,2 Millionen Euro vorgesehen. Das geplante Investitionsvolumen beträgt laut Budgetunterlagen rund 798 Millionen Euro. Damit sollen die Investitionen gegenüber dem Vorjahr weiter steigen.

Landeshauptmann Thomas Stelzer betont die Bedeutung einer verantwortungsvollen Finanzpolitik: Oberösterreich wolle nicht an der Zukunft sparen, sondern durch gezielte Einsparungen Spielräume für Investitionen schaffen. Schwerpunkte seien unter anderem Arbeitsplätze, Künstliche Intelligenz, Forschung, Gesundheitsversorgung, Bildung und moderne Infrastruktur.

Auch Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner verweist auf die Bedeutung eines sorgsamen Umgangs mit Steuergeld. Für den Wohnbau seien knapp 320 Millionen Euro vorgesehen. Gleichzeitig sollen Maßnahmen für leistbares Wohnen weitergeführt werden. Im Verkehrsbereich sind Investitionen von 511,6 Millionen Euro geplant.

Kinderbetreuung, Gesundheit und Soziales im Fokus

Ein wesentlicher Schwerpunkt des Budgets liegt auf der Kinderbetreuung. Dafür sind 464 Millionen Euro vorgesehen. Zusätzlich sollen 500 Krabbelstubenplätze und 220 Kindergartenplätze geschaffen werden.

Für die Gesundheitsversorgung plant das Land Ausgaben von insgesamt 1,93 Milliarden Euro. Weitere 42 Millionen Euro sind im Rahmen des Oberösterreich-Plans für Investitionen in die Gesundheitsversorgung vorgesehen.

Das Sozialbudget beträgt 2027 insgesamt 858,9 Millionen Euro. Ein besonderer Fokus liegt auf der Unterstützung von Menschen mit Beeinträchtigungen. Bis Ende 2026 sollen bereits 850 neue Wohnplätze geschaffen worden sein. Bis einschließlich 2027 sind weitere 150 Plätze geplant. Damit soll das Ziel von insgesamt 1.000 zusätzlichen Wohnplätzen erreicht werden.

Wohnen, Verkehr und Infrastruktur

Für den Wohnbau sind laut Budgetunterlagen 318,2 Millionen Euro vorgesehen. Damit sollen Investitionen in leistbares Wohnen und Bauen unterstützt werden.

Auch der Ausbau der Infrastruktur bleibt ein wichtiger Bestandteil der Landesfinanzen. Für den öffentlichen Verkehr sind 268,9 Millionen Euro eingeplant. Der Straßenbau erhält 228,75 Millionen Euro, davon rund 50 Millionen Euro für die Straßenerhaltung.

Für Digitalisierungsprojekte und den Breitbandausbau sind 11,8 Millionen Euro vorgesehen. Bei Bedarf sollen zusätzlich Mittel in Höhe von 44,1 Millionen Euro zur Verfügung stehen.

Weitere Schwerpunkte sind Forschung und Wissenschaft mit 134,6 Millionen Euro sowie die Unterstützung der Landwirtschaft mit 103,2 Millionen Euro. Für Kultur sind insgesamt 261,2 Millionen Euro eingeplant.

„Impuls 2027“ soll Innovation und Konjunktur stärken

Mit dem Innovations- und Investitionsprogramm „Impuls 2027“ stellt das Land Oberösterreich zusätzlich 103,8 Millionen Euro bereit. Damit sollen Innovationen gefördert und wirtschaftliche Impulse gesetzt werden.

Die Mittel verteilen sich auf mehrere Bereiche:

  • 21 Millionen Euro für Künstliche Intelligenz und digitale Innovation
  • 23,65 Millionen Euro für Bauvorhaben
  • 8,2 Millionen Euro für das Dürre-Hilfspaket
  • 5 Millionen Euro für die Gesundheitsoffensive
  • 7,5 Millionen Euro für Hitzeschutzmaßnahmen
  • 17 Millionen Euro für die Sanierungsoffensive
  • 21,45 Millionen Euro für den Tourismus

Zusätzlich wird der OÖ-Zukunftsfonds mit insgesamt 187,5 Millionen Euro fortgeführt. Daraus werden unter anderem öffentliche Verkehrsinvestitionen, Forschungsförderung, Informationstechnologie sowie Energie- und Umweltschutz unterstützt.

Auch der Oberösterreich-Plan wird weitergeführt. Für 2027 sind dafür 96,6 Millionen Euro vorgesehen. Schwerpunkte bilden Investitionen in Krankenanstalten, den Straßenneubau und den Ausbau von Wohnplätzen für Menschen mit Beeinträchtigungen.

Schuldenbremse und Kreditsperre

Oberösterreich will auch 2027 die Maastricht-Kriterien und die Vorgaben des Österreichischen Stabilitätspakts einhalten. Laut den präsentierten Unterlagen war Oberösterreich 2025 das einzige Bundesland mit einem Haushaltsüberschuss.

Bereits seit 2024 setzt das Land auf eine Schuldenbremse. Die sogenannte OÖ-Formel sieht eine maximale Verschuldung von 25 Prozent der Einzahlungen vor.

Für 2027 ist erneut eine zehnprozentige Kreditsperre auf Ermessensausgaben vorgesehen. Diese entspricht laut Budgetunterlagen einem Volumen von 46,9 Millionen Euro.

Budgetbeschluss im Dezember geplant

Der weitere Fahrplan für den Landeshaushalt 2027 steht bereits fest: Am 9. November soll die Oberösterreichische Landesregierung über die Weiterleitung des Budgets an den Landtag entscheiden. Am 25. November ist die Sitzung des Finanzausschusses angesetzt.

Der sogenannte Budget-Landtag findet von 1. bis 3. Dezember 2026 statt. Dort soll der Landeshaushalt für das kommende Jahr behandelt werden.

Mit dem Budget 2027 setzt Oberösterreich damit auf eine Kombination aus finanzieller Disziplin und gezielten Investitionen. Ob die geplanten Maßnahmen die erhofften wirtschaftlichen Impulse bringen, wird sich im kommenden Jahr zeigen.



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