Aufrüstung auch Chance für die OÖ. Wirtschaft
Die allgemeine Hochrüstung ist nicht nur eine große Hoffnung für das Bundesheer, sondern auch für oberösterreichische Wirtschaftsbetriebe. Doch die Entwicklung von neuen Rüstungsgütern erfordert Zeit und die neuen Waffen uns Ausrüstungen könnten bei ihrer Markteinführung für die dann vorherrschende Sicherheitslage, die sich rasant entwickelt, möglicherweise keine wirksame Unterstützung mehr sein.

Spätestens seit Ausbruch des Ukraine-Krieges beschäftigt die Frage der Sicherheit für Österreich nicht nur Politiker und Militärs, sondern auch die dahindümpelnde heimische Wirtschaft, die seit Freitag wieder etwas optimistischer in die Zukunft schauen kann, wenngleich auch aus anderen Gründen als es die der rot-weiß-roten Sicherheitsarchitekten sind.
Denn am Freitag wurden nicht nur den klassischen Rüstungsunternehmen, sondern auch den Zulieferer- und Technologiebetrieben der verschiedensten Art gute Geschäfte in Aussicht gestellt, wie am Rande einer Sicherheitskonferenz im Fliegerhorst Hörsching zu vernehmen war, wo das Bundesheer ebenfalls massiv zu investieren gedenkt.

Vom EU-Kuchen soll auch Oberösterreich naschen
Allein für die Schaffung neuer Hangars wie auch für die Anschaffung neuer Waffensysteme will das Bundesheer eine Milliarde Euro ausgeben. Von diesem Betrag soll auch die heimische Wirtschaft partizipieren können, zumal sich die Verteidigungsindustrie für ihre Tätigkeit nicht mehr schämen müsse, wie der oberösterreichische Militärkommandant, Brigadier Dieter Muhr, sinngemäß sagte.
Bezahlt werden soll der neue, gesamte Rüstungsbedarf zum Teil auch von den 800 Milliarden Euro, die die EU in die Sicherheit Europas pumpt. Einen Teil von „diesem Kuchen“ soll auch Oberösterreich abbekommen, fordert und versichert Wirtschaftslandrat Markus Achleitner und hat dabei vor allem die oberösterreichischen Wirtschaftsbetriebe im Blick, die profitieren sollen.
Aufträge gäbe es für diese jedenfalls schon jetzt mehr als genug, stellt der Rüstungsdirektor des Bundesheeres fest. Die Armee habe pro Jahr nämlich 5000 Beschaffungsvorgänge laufen, betont Generalleutnant Harald Vodosek, dazu kämen noch 10.000 Vorgänge in den Bereichen Service und Betrieb. Und je mehr Rüstungsgüter man im eigenen Land produzieren könne, umso unabhängiger werde man von Auslandslieferungen, ließ er durchblicken.
Beste Zusammenarbeit mit Amerikanern
Derzeit werde in Österreich nicht einmal mehr Munition hergestellt, um nur dieses Beispiel zu nennen, weshalb man weiterhin stark auf Auslandslieferungen angewiesen sei. Damit meinte er vor allem Waffen aus den USA.
Zwischen den beiden Ländern, Österreich und den USA, gebe es eine gute partnerschaftliche Zusammenarbeit, betonte Vodosek, „unsere Arbeitsbeziehungen laufen bestens“ und davon partizipiere auch Oberösterreich. Denn das Land zwischen Inn und Enns sei ein Gebiet mit wichtigen Standorten für das Bundesheer, wobei er vor allem auf Hörsching verwies. Dort werde in Zukunft eine Black-Hawk-Hubschrauberstaffel stationiert sein wie auch das Transportflugzeug C 390 und ebenfalls in Hörsching werde auch die Jettrainerausbildung erfolgen.
Sicherheitsstrategie hält die nächsten 30 Jahre
Aber Sicherheit bedeutet mehr als nur militärische Sicherheit“, sagt Landeshauptmann Thomas Stelzer. Deshalb muss sich Oberösterreich generell zu einem führenden Standort für Sicherheitstechnologien und Sicherheitsanwendungen entwickeln, skizzierte Achleitner die wirtschaftliche „Mission vorwärts“ des Landes, die hoffentlich nicht am Geld oder an einer sich vermutlich erneut verändernden geopolitischen Lage scheitern wird, wie einige Teilnehmer der Sicherheitskonferenz anmerkten.
Die bereits bestellten und noch anzuliefernden Waffen und Waffensysteme für das Bundesheer werden der derzeitigen österreichischen Sicherheitsstrategie für die nächsten 30 Jahre entsprechen, ist sich Generalleutnant Vodosek sicher.



