Klärungsbedarf dringend erforderlich

Hätten wir eine kompetente und verantwortungsvolle Regierung würde diese die geplante Volksbefragung zur Wehrdienstverlängerung als auch den Einkaufsrausch an Waffen und Geräten für das Bundesheer sofort stoppen.
Denn solange nicht geklärt ist, wie und mit wem Österreich im Bedrohungsfall verteidigt werden soll, ist das nur ein weiteres Schuldenmachen auf Steuerzahlerkosten.
Statt das Pferd – wie immer und bei allen Dingen in dieser Operettenrepublik – beim Schwanz auf zu zügeln, sollte zunächst eine Debatte im Volk darüber geführt werden, ob dieses an der Neutralität festhalten möchte oder nicht.
Denn die militärische Führung in der Wiener Rossauer-Kaserne (wie auch Beate Meinl-Reisinger) versuchen uns schon eine Zeit lang einzureden, dass unser Land in einer Militärallianz künftig besser aufgehoben wäre. Die Mehrheit der Österreicher will das zwar nicht, doch um den Willen des Volkes haben sich die Regierungen der letzten Jahrzehnte wenig geschert.
Was zur Verwunderung Anlass gibt ist allerdings die Tatsache, warum auf Teufel komm raus Waffen und militärisches Gerät eingekauft wird, ohne zu wissen, was Österreich in einer künftig möglichen Militärallianz für seinen Verteidigungsbeitrag tatsächlich braucht und auch vorhalten muss.
Wir werden nur dann ein breiteres Spektrum an Waffen benötigen, wenn wir an unserer Neutralität festhalten, damit wir uns autark wehren können. Allein damit wird es aber nicht getan sein. Denn solange unsere Jugend mehrheitlich wenig Ambitionen zeigt, für ihr Land im Bedrohungsfall auch in den Krieg zu ziehen, können wir uns Aufrüstung und Wehrzeitverlängerung sparen.
Sinnvoller wäre es jetzt schon in den Volksschulen mit einer altersgerechten wehrpolitischen Schulung zu beginnen und in den weiterführenden Schulen weiterzuführen, damit später der Verteidigungswille unserer Bevölkerung auch glaubhaft dargestellt werden kann. Das wäre für ein neutrales Land schon der halbe Sieg.
Nur wenn wir möglichst schnell wieder Kämpfernaturen hervorbringen, die bereit sind, einem möglichen Aggressor entschlossen entgegenzutreten, haben wir eine echte Chance. Das gilt im Übrigen auch für österreichische Soldaten in einer Militärallianz.
Bei dieser Gelegenheit sei daran erinnert, dass es seit dem Zweiten Weltkrieg einige Beispiele dafür gibt, dass sich auch ein David gegen einen Goliath erfolgreich zu wehren vermochte. Man denke nur an den Kampf der Vietnamesen gegen die USA.
- Titelbild: Bildmontage; (c) Österreichisches Bundesheer



